12 Jul 2011

Warum Google+ besser ist als Facebook, aber letztendlich doch keine Chance hat

Google-facebook1


"Es ist nicht sicher, ob es besser wird, wenn es anders wird; aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll".

Und genau das hat Google+ nach meiner Meinung nicht geschafft. Die Anwendung sieht und fühlt sich zu sehr wie Facebook an. Zugegeben: Die „Kreise“ sind cool :-) Doch insgesamt wirkt der ganze Aufbau, die Funktionen und die Logik wie Facebook. Und das ist nicht gut. Denn man wird ständig an Facebook erinnert. Und das sollte eigentlich nicht der Effekt sein.

Ja, vielleicht ist die Anwendung besser als Facebook, doch nur im Detail. Unter dem Strich würde ich gefühlt sagen, Google+ ist um 15% besser als Facebook.

Und das ist einfach noch zu wenig, um sich die Mühe zu machen bzw. den Aufwand zu betreiben, zu Google+ zu wechseln. Es wäre so als ob ich in einer schönen 50m² Wohnung für 400€/Monat leben würde und ich die Möglichkeit hätte, für den gleichen Preis in eine andere qualitativ gleichwertige Wohnung zu wechseln, die 57,5 m² groß wäre.

Der Aufwand, die Wohnung zu wechseln, würde sich einfach nicht lohnen, nicht für 7,5 m² mehr.

Die Leute wollen was Neues und keine Facebook-Kopie mit Verbesserungen. Den Leuten wird es schnell langweilig. Eigentlich hätte man was komplett Neues entwickeln können. So wie es damals Apple mit dem UI beim iPhone geschaffen hat. Das war einfach ein riesen Quantensprung und war gefühlt hundert Mal besser als alle anderen Handys zusammen. Doch Google+ ist nur eine Verbesserung oder anders gesagt eine logische Weiterentwicklung von Facebook.

Aber das eigentliche Problem liegt wo ganz anders.

Social Networks werden erst so richtig kommerziell und Massen tauglich, wenn sie cool und hip sind. Friendster war cool, MySpace war cooler und Facebook am coolsten.

Die meisten jungen Leute, die sich kennenlernen, tauschen nicht mehr Handynummern aus, sondern fragen ganz einfach "Bist Du auf Facebook?" Doch ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand fragen würde "Hey bist Du auf Google+ ?"

Das hört sich weder cool noch sexy an. Google ist sowieso eher uncool und trocken. Facebook hat einfach den besseren Brand. Auch Twitter ist eigentlich eine coole Marke, doch auf Grund der Ausrichtung einfach nicht Mainstream tauglich und eher was für News-Junkies.

Das ist wohl u.a der Grund (neben dem Verpassen, einen ordentlichen News-Stream zu bauen), dass Studi nie wieder eine Chance haben wird, zurückzukehren. Die Marke hat sich von unkonventionell & humorvoll zu uncool & langweilig entwickelt.

Jetzt mal ehrlich: Wer traut sich mittlerweile zu sagen: "Hey bist Du auf StudiVZ?".

Und auch MeinVZ war von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Denn alleine der Name ist nicht wirklich Mainstream tauglich. Es klingt zu sehr nach nichts. Oder anders gesagt: Die Marke hat einfach keine Persönlichkeit. Wie soll man sich mit so einer Marke identifizieren können? Woran denkt man, wenn man MeinVZ hört? Ganz ehrlich: Ich denke an langweilige Menschen. Und irgendwie assoziiere ich MeinVZ mit Marken wie Neu.de.

Und der größte Trugschluss ist wohl zu sagen: „Wenn Neu.de funktioniert, dann kann MeinVZ auch funktionieren“. Der Vergleich zwischen einer Dating- und Social Network Seite ist wie der Vergleich zwischen einer Seitensprung-Agentur und einem coolen Club.

Und genauso wie ein Club cool sein muss, so muss ein Social Network ebenso cool sein. Folgendes Beispiel zeigt den krassen Unterschied: 

Google spuckt für die Suchanfrage "StudiVZ ist cool" gerade einmal 9 Suchergebnisse aus.
Für "Facebook ist cool" werden ca. 5.000 Suchergebnisse angezeigt.

Noch Fragen ;-)?

Doch was bedeutet das wirklich? Ganz einfach: Social Networks sind ein fester Bestandteil im Leben von allen Menschen geworden, besonders von jungen Menschen. Oder anders gesagt: Social Networks sind Lifestyle-Produkte, genauso wie ein iPod oder Sportauto.

Natürlich ist es im Nachhinein immer einfach zu sagen: "Das war alles falsch! Das hätte man so machen müssen!" :-) Doch es zeigt auf, wohin die Reise geht und was Google+ bevorstehen wird.

Nämlich ein Kampf um Coolness und Lifestyle. Nicht mehr, nicht weniger.

Alles in allem glaube ich, dass Google+ eher eine Gefahr für Twitter und nicht für Facebook darstellen wird. Doch auch das wäre doch ein Gewinn für Google, oder ;-)?


 

26 Sep 2010

Google und die Frage nach der Macht

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Wir sind alle googlisiert
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Wir alle nutzen täglich Google, die schnell, einfach und zuverlässig unsere Suchanfragen bearbeitet. Erinnern wir uns Jahre zurück als wir zum ersten Mal Google genutzt haben, dann wird uns bewusst, welches positive Erlebnis wir mit dieser Suchmaschine hatten. Es war die Zeit des „Wilden Westens“ im Internet, in der eine strukturierte und einfach zu bedienende Suchmaschine den Nerv der Zeit traf. Nicht zu vernachlässigen ist, dass die Qualität der Suchergebnisse wesentlich besser war als bei anderen Anbietern. Die Super-Suchmaschine war somit geboren.
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Google hat es dabei geschaffen, über Jahre hinweg einen guten Job zu leisten und Nutzer nicht zu enttäuschen.
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Laut Studien von Vividence Research und ACSI spiele die Qualität der Suchergebnisse mittlerweile jedoch kaum eine Rolle, da diese nur minimale Unterschiede unter den bekannten Anbietern aufzeige. Internetnutzer sollen auf Suchmaschinen zurückgreifen, mit denen eine emotionale Beziehung bestehe. Die Anziehungskraft, insbesondere die Sympathie und Bekanntheit von Marken sei in der heutigen Zeit das wichtigste Kriterium für die Auswahl einer Suchmaschine. [1] [2] [3] Stefan Karzauninkat von Seekport beschreibt diese Phänomen mit folgenden Worten: "Untersuchungen haben gezeigt, dass Internetnutzer die Ergebnisse einer Suche, die mit dem Google-Logo ausgeliefert werden, automatisch als gut einstufen, auch wenn sie im Test von einer ganz anderen Suchmaschine stammen." 
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Daher liegt die Befürchtung nahe, dass wir alle googlisiert sind. 
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Wir vertrauen Google blind, die beste Suchmaschine zu sein, auch wenn das nicht einmal der Wahrheit entspricht.
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Die Blindheit kommt zustande, weil anscheinend mittlerweile die Qualität aller Suchmaschinen „ähnlich“ gut ausfällt und es daher nicht auffällt, dass die Ergebnisse nicht voll Google stammen. Denn Google, beurteilt nach einem Schulnotensystem von 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht), schafft es ungefähr auf eine Leistung von 2. Andere Suchmaschinen schneiden hierbei ähnlich ab, so dass der Qualitätsunterschied nicht mehr wirklich bemerkbar ist.
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Dies widerum bedeutet, dass die meisten Nutzer mit Google zufrieden sind und eigentlich – wenn wir mal alle ganz ehrlich sind – nicht wirklich das Interesse haben sich mit einer anderen Suchmaschine zu beschäftigen, die Qualität von unterschiedlichen Suchmaschinen miteinander zu vergleichen, um ggf. zu einer anderen Suchmaschine zu wechseln. Die Qual
itätsunterschiede und demzufolge auch der Mehrwert sind einfach zu gering, um Zeit und Energie zu investieren und andere Suchmaschinen auszuprobieren. Hinzukommt, dass der Mensch ein faules Gewohnheitstier ist und es scheut „Neues“ auszuprobieren. Und schon gar nicht, wenn es nicht bemerkbar ist, dass es sich lohnen könnte.
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So ähnlich ist es auch im echten Leben.
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Die meisten Menschen haben einen Arzt oder Anwalt ihres Vertrauens, weil sie sich bei diesem Menschen wohlfühlen und glauben, dass dieser seinen/ihren Job gut macht. Aber eigentlich können wir gar nicht die Kompetenz bzw. die Arbeit von Ärzten oder Anwalten beurteilen, weil uns die fachliche Kompetenz fehlt.
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Aus diesem Grund setzen wir auf unsere Erfahrungen, die wir mit dem jeweiligen Arzt oder Anwalt gemacht haben oder/und vertrauen auf Empfehlungen von anderen Menschen, die widerum Erfahrungen mit diesem gemacht haben.
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Letztendlich aber haben wir auf gar keinen Fall ein echtes Interesse, uns mit anderen Ärzten und Anwälten zu beschäftigen, weil es uns schwer fällt einen Qualitätsunterschied zu den Dienstleistungen festzustellen, wir eigentlich relativ zufrieden sind und wir daher kein unnötiges Risiko eingehen wollen, um eine andere - vielleicht sogar im schlimmsten Fall schlechtere - Dienstleistungen auszuprobieren.
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Und genauso ist es auch bei der Nutzung von Suchmaschinen.
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Aber a
uch das Prinzip der Massen spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Denn Internetnutzer fühlen sich sicher, die beste Suchmaschine ausgewählt zu haben, da sich Google als beste Suchmaschine in den Köpfen der Menschen eingespeichert hat. Folgender Gedanke kommt dabei zum Tragen:
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„Wenn so gut wie alle Google nutzen und zufrieden sind, dann muss Google entweder tatsächlich die beste Suchmaschine sein oder alle liegen falsch“
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Da es aber für den einzelnen Menschen als sehr unwahrscheinlich erscheint, dass alle Menschen  falsch liegen, so geht man davon aus, dass Google dann schließlich doch die beste Suchmaschine sei.
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Alleine, dass das Wort „googlen“ als Synonym für das Suchen im Netz genutzt wird, zeigt, welches gigantische Vertrauen auf Google gesetzt wird. Solch ein Vertrauen kommt nur ganz wenigen Produkten und Marken zu Gute, wie z.B. Nutella, Tempo oder Aspirin, welche sich weitestgehend als Synonyme für Nuss-Nugat Creme, Taschentuch und Kopfschmerztabletten durchgesetzt haben.
Alles in allem bedeutet es, dass Google’s Macht nicht – so wie viele behaupten – in der Informationshoheit oder/und in der Super-Suchmaschine liegt, sondern das Vertrauen der Menschen zu Google die eigentliche Macht ist.
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Was Bing, Yahoo & Co. so alles falsch machen
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Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Suchmaschinen wie Bing, Yahoo & Co. die marktführende Herrschaft von Google durch bessere Suchergebnisse vom Thron stoßen können. Denn auch wenn Bing, Yahoo & Co. bessere Ergebnisse als Google liefern sollten, so wird dies so gut wie niemanden auffallen bzw. interessieren.
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Demzufolge müsste eigentlich die Strategie der Wettbewerber darin bestehen, nicht besser, sondern „anders“ zu sein. Oder gar „anders besser“ zu sein. Aber solange das „anders“ nicht vorhanden ist, werden Bing, Yahoo & Co. als „billige“ Version von Google wahrgenommen. Denn schaut man sich die Suchmaschinen an, so sehen diese dann doch irgendwie sehr ähnlich aus.
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Entscheidend ist aber auch – wie bereits vorher erwähnt -, dass die meisten Nutzer kein Interesse haben, sich mit einer anderen Suchmaschine zu beschäftigen. Im Umkehrschluss bedeutet das widerum, dass Nutzer neuen Suchmaschinen keine Chance geben, sich zu behaupten.

Aber genau weil es so ist, müssten Bing, Yahoo & Co. ihr Marketing grundlegend verändern und Kunden anders von ihrer Suchmaschine überzeugen. Der Gedanke „Wir sind besser als Google“ reicht dabei überhaupt nicht aus, da das Internet-Nutzer nicht überzeugt und weil niemand so recht versteht, was die jeweilige Suchmaschine besser kann als Google.
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Aber auch so ist die Strategie völlig verfehlt. Im Prinzip wäre es so als ob man behaupten würde, dass eine Fußballmannschaft aus der dritten Liga besser Fußball spielen könne als eine andere Mannschaft aus der ersten Liga – ohne dabei überzeugend darzustellen, warum das jeweilige Team besser sei.
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Natürlich muss man behaupten, dass man besser sei – anders geht es nicht! Nicht desto trotz ist die F
rage wie man Nutzer überzeugen könnte. Prinzipiell möglich wäre, dass man in kurzen TV-Spots die Suchmaschine mit seinen einzelnen Funktionen und Vorteilen zeigen könnte. Dabei kommt folg. Gedanke zum Tragen:
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„Wenn der Kunde uns keine Chance gibt und unsere tolle Suchmaschine nicht ausprobieren möchte, so zeigen wir es ihm einfach“
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oder anders gesagt:
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„Wenn der Kunde nicht zu uns kommt, so kommen wir zu ihm“
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Genau mit dieser Strategie hatte es Apple mit seinen kurzen TV-Spots zu der Erstauflage des iPhones geschafft, viele Menschen in den Wohnzimmern von seinem Produkt und seinen Vorteilen zu begeistern. 
Im Suchmaschinen-Markt hat das bislang noch niemand versucht, noch nicht …

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[1] O.V., Vividence Research, Studie: Google ist nicht besser als die Konkurrenz
http://www.golem.de/0405/31438.html
Druckdatum: 26.05.2004

[1] O.V., ACSI, Auch Google hat seine wunden Punkte
http://www.welt.de/webwelt/article1168430/Auch_Google_hat_seine_wunden_Punkte.html?page=2#read_comments
Druckdatum: 09.09.2007

[1] O.V., IST, Bei Suchmaschinen beeinflusst die Marke die Bewertung der Leistung
http://www.heise.de/newsticker/meldung/91986
Druckdatum: 29.06.2007 

 

 

27 Apr 2010

Social Media Präsentation

Eigentlich lade ich meine Präsentationen nicht im Internet hoch, da diese meistens irgendwelche "geheimen" Informationen enthalten. Nicht jedoch diese Präsentation zum Thema "Social Media", welche u.a. auch auf Slideshare.com zum Download freigegeben ist. Viel Spaß!
8 Apr 2010

Jamba entlässt einen großen Teil seiner Mitarbeiter. Apple & Co. sei Dank ;-)

Denn viele haben mittlerweile ein 3G Handy und laden sich – zum Teil auch völlig kostenlos – Programme bzw. sogenannte Apps herunter. Hatte ich schon kommen sehen. So ist das nun mal … Märkte werden zerstört und neue Märkte werden geboren. Tja, und der Gewinner ist wohl Apple, Google & Co.

Mehr Infos unter: http://www.gruenderszene.de/news/fox-mobile-a-k-a-jamba-entlasst-einen-grosen-teil-seiner-belegschaft/

23 Jan 2010

Google-Gründer verhökern einen Teil Ihrer Aktien und kassieren 5,5 Mrd. $

Nicht sonderlich viel, aber immerhin. Ein paar Uhren sind bestimmt drin.

Farid Kalirad's Space

serial-entrepreneur with over 8 years experience in internet & mobile business

Contributors

Farid Kalirad